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Grillen, Barbecue und Braai
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Auswahl Allgemeines Holzkohle - Kugelgriller
Vorbereitung
Das Grillen
Tips
Rezepte
Sicherheit beim Grillen 


Allgemeines

Geschichtliches:
Das "Grillen" ist eine uralte Methode des Menschen Fleisch zuzubereiten.
Schon die ersten Menschen der Urzeit warfen Fleisch direkt in die Glut. Durch das Grillen des Fleisches entwickelten sich eigene Geschmackskomponenten und die Sippe versammelte sich um die Feuerstelle um sich zu sättigen.
Alte Wandmalereien erzählen uns von den Essgewohnheiten unserer Vorfahren.

Grillwürste beim BBQ
Grillwürste, ein Genuss

Nicht anders bereiteten die Buren, die ersten Einwanderer Südafrikas ihre Speisen zu. Noch heute ist die Lieblingsbeschäftigung der meisten Südafrikaner das Braai, wie die Afrikaaner das Grillen bezeichnen.
Nirgends auf der Welt wird mehr gegrillt als in Südafrika. Kein Haus ist ohne Grill, sogar auf öffentlichen Plätzen trifft man auf Grillstellen.

Grillen wissenschaftlich erklärt:
Das Grillgut erreicht an der Oberfläche eine Temperatur von ungefähr 180 °C. Im Inneren wird es aufgrund des vorhandenen Wassers selten heißer als 95 °C.
Durch die hohen Temperatur an der Oberfläche gerinnt das Fleischeiweiß, karamelisieren die Kohlenhydrate und es bildet sich schnell eine Kruste.
Dadurch wird verhindert das der Fleischsaft austritt und die Nährstoffe und Mineralien bleiben im Grillgut.
Die Farbe der Bräunung und auch der Geschmack wird durch die Art der Beheizung (Kohle, Gas) und der Vorbereitung des Grillgutes (Marinade, Gewürze) bestimmt.

Vorteile des Grillens:
Grillen ein Vergnügen
verschiedene Köstlichkeiten

Aus ernährungswisssenschaftlicher Sicht sprechen für das Grillen

die kurze Garzeit
  auf Zugabe von Kochfett kann verzichtet werden
  durch Abtropfen von Fett wird das Fleisch noch fettärmer

Gesundheitsrisiken:
Gesundheitsschädlich wird das Grillen dann, wenn Fett in die Glut tropft und dann blauer Rauch aufsteigt.
Es entstehen dann chemische Verbindungen, die sehr ungesund und auch krebserregend sind, wie zB polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Nitrosamine.

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Vorbereitung

Spare Ribs auf Südafrikanisch
Barbecue Spare Ribs

Fleisch:
Grundsätzlich kann man sagen, was man in der Pfanne Kurzbraten kann, eignet sich auch zum Grillen.
Wichtig ist natürlich auch die Qualität des Grillgutes. Fleisch sollte am besten eine leichte Fettmarmorierung haben damit es saftig bleibt.
Bei Fleischstücken im Ganzen sollten die Grillstücke auf jeden Fall quer zur Faser geschnitten werden. Nur so ergeben sich kurze, zarte Fleischfasern. Fettränder sollten nicht vor dem Grillen entfernt werden. Das Grillgut bleibt saftig, wenn der Fettrand erst am Teller entfernt wird.
Generell kann man sagen, dünnes Fleisch wird heiß und kurz gegrillt, dickes Fleisch nicht so heiß und dafür länger.

Grillkohle:
Ausser Grillkohle kann man auch mit Strom- oder Gas betriebenen Grillgeräten arbeiten. Allerdings lassen wir diese Grillmethoden hier weg, da der beste Geschmack nur mit Holzkohle erreicht wird.

Holz Grillt man mit Holz muß man schon 1 bis 2 Stunden vor dem Grillen anheizen, da das Holz recht lange braucht um richtig durchzuglühen.
Holzkohle mit Holzkohle kann man bereits nach einer halben bis dreiviertel Stunde grillen.
Holzkohlebriketts Briketts geben die gleichmäßigste Glut, man kann nach einer halben bis dreiviertel Stunde grillen.

Marinaden:

Grillkohle
Grillkohle

Unter marinieren versteht man das Einlegen eines Grillgutes in verschiedene Gewürze, und meistens auch Öl.
Damit kann man den Geschmack eines Grillgutes noch um einiges steigern.
Allerdings sollte man nur bescheiden würzen, um den Eigengeschmack des Grillgutes zu bewahren.
Dabei sollte das Grillgut zur Gänze mit der Marinade bedeckt sein und öfters gewendet werden.
Damit das Grillgut die Gewürzaromen gut aufnehmen kann, sollte die Marinierdauer unbedingt einige Stunden, am besten über Nacht im Kühlschrank andauern.
Als Öl sollte man nur ein hitzebeständiges Öl, wie zum Beispiel Olivenöl oder Sonnenblumenöl verwenden.
Salz darf man niemals in die Marinade geben, da sie dem Grillgut Wasser entzieht. Am besten salzt man das Grillgut nach halber Grillzeit auf dem Griller.

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Das Grillen

Das Anheizen:
Wichtig ist zuerst die Lüftungsschlitze oben und unten am Griller ganz zu öffnen. Der Deckel muß beim Anzünden geöffnet bleiben.
Zunächst wird die Kohle pyramidenförmig angehäuft. Ganz unten in der Pyramide legt man Grillanzünder. Das können Holzspäne, Zweige oder Reisig sein, oder auch im Handel erhältliche Grillanzünder.
Die Anzünder werden mit einen Streichholz entzündet. Danach läßt man die Kohlen gleichmäßig durchbrennen bis sie rot glühen und von einer weißen Ascheschicht bedeckt sind.
Danach wird die Kohle gleichmäßig im Griller verteilt.
Die richtige Hitze zum Grillen hat man dann, wenn die Luft über den Kohlen flimmert und man die Handfläche 10 cm über der Glut nach zwei Sekunden wieder wegziehen muß.
Die Glut nicht mit einem Föhn oder einem Blasebalg anheizen. Die Glut wäre sonst zu heiß.

Anzünderkamin
Anzünderkamin

Am leichtesten geht das Anzüden vor sich, wenn man einen Anzüderkamin verwendet. Grillkohle einfüllen. 2 bis 3 Grillanzünderwürfel auf den Kohlenrost des Grillers stellen, anzünden und den Kamin darauf stellen.
Die Flamme bringt die Kohle zum Glühen. Sobald die Kohle (ca. 15 min) von weißer Asche bedeckt ist, in den Griller schütten.
Und schon können Sie das Grillen beginnen.

Grillarten:

  • Direktes Grillen: Das Grillgut liegt direkt auf dem Rost, eventuell in einer Grilltasse.
    Dünnere Fleischstücke wie zB Steaks, Würstchen, Spieße, Gemüse und Koteletts werden mit dieser Methode gegrillt.
  • Indirektes Grillen: Unter dem Grillgut befindet sich keine Glut, sondern eine Abtropftasse. Um diese herum liegt die Glut.
    Den Deckel des Grillers sollte man schließen, damit die Hitze reflektiert wird und das Grillgut gleichmäßig gar wird.
    (Große Fleischstücke, Rippchen, ganze Geflügel)
direktes Grillen
direktes Grillen
indirektes Grillen
indirektes Grillen


Alutassen:
Gelochte und gerippte Tassen aus Alu fangen den abtropfenden Fleischsaft auf und verhindern so das er in die Glut gelangt.
Das Grillgut erhält trotzdem den typischen Grillgeschmack.

Griller mit Deckel:
Verfügt der Griller über einen Deckel schließen sie diesen immer beim Grillen. Auf diese Weise wird die Hitze vom Deckel reflektiert und das Grillgut wird wie in einem Backofen gleichmäßig gegart.
Besonders große Fleischstücke wie ganze Braten und ganze Geflügel profitieren von dieser Methode.
Die Belüftungsöffnung am Deckel darf man allerdings nicht zu öffnen vergessen.
Mit geschlossenem Deckel verringert sich die Grillzeit um bis zu einem Drittel.

Grillgut:
Fleisch sollte nicht dünner als zwei bis drei Zentimeter geschnitten werden, da es sonst beim Grillen zu rasch austrocknen würde.
Fleischstücke auf Spieße sollten gleich groß sein um auch zur gleichen Zeit gar zu werden.
Vor dem Grillen das Grillgut rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen damit es Zimmertemperatur annehmen kann.

Das Grillgut immer erst dann auf den Rost legen wenn die Glut heiß genug ist, da sonst das Grillgut am Rost kleben bleiben würde.

Sosaties am Grill
Sosaties am Grill

Grillgut wenden:
Wer saftiges im Kern rosiges Fleisch bevorzugt sollte es wenden, sobald aus dem Knochen Blut oder Fleischsaft austritt und an der Oberfläche zu gerinnen beginnt. Nach dem Wenden braucht es nur noch kurze Zeit um fertig zu grillen.
Dünne Fleischschnitten sollten man öfters wenden, da sie sonst hart und innen trocken werden.

Garzustand:
Die Dauer des Grillvorganges hängt im Wesentlichen davon ab wie man das Fleisch zubereitet haben will. Aber auf jeden Fall wird selbst das saftigste Fleisch durch zu langes Grillen trocken.
Der Garzustand wird am besten mit einem Löffel geprüft.

Fleisch
Rare (blutig) Fühlt sich das Fleisch weich an, das heißt es federt stark nach, ist es im Kern noch roh.
Medium (halbdurch) Bei leicht federndem (elastischen) Nachgeben ist es im Kern noch rosa.
well done (durch) Fühlt sich das Fleisch hart an, ist es auch im Innern durchgegart.

Fisch
Ein ganzer Fisch ist dann durch wenn sich die Rückenflosse leicht herausziehen läßt.
Bei Filet gilt das gleiche wie bei Fleisch.

Geflügel
Ganzes Geflügel ist gar, wenn bei Löffeldruck auf die Keule das Fleisch nicht mehr nachgibt, und beim Einstechen mit einer Gabel klarer Saft herausläuft.

Bevor man ein Stück Fleisch vom Rost serviert sollte es einige Minuten ruhen können, damit sich der Fleischsaft im Fleisch verteilen kann. Am besten wickelt man das Fleisch in Alufolie ein, um es warm zu halten.


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Tips

 

  • Das Grillgut muß immer so aufgelegt werden, das kein Fleischsaft oder Fett in die Glut tropfen kann.
    Thymian Zweige
    Thymian Zweige
    Daher muß man das Grillgut, wenn es vorher in Marinade eingelegt war gut mit Küchenpapier abtupfen.
  • Bevor man das Grillgut auf den Rost legt, sollte man diesen mit ein wenig Öl bestreichen, damit das Fleisch nicht kleben bleibt.
  • Das Grillgut erst dann auflegen, wenn die Kohle gut durchgebrannt ist und mit einer weißen Aschenschicht bedeckt ist.
  • Dünne Fleischstücke sollten heiß und kurz gegrillt werden. (Näher an der Glut)
    Große Fleischstücke läßt man an der Glut eine Kruste bekommen, danach stellt man den Rost höher um sie langsam fertig garen zu lassen. (Weiter weg von der Glut)
  • In das Grillgut nicht mit einer Gabel einstechen, da sonst wertvoller Saft austritt.
    Am besten eine Grillzange verwenden.
  • Grillkohle sollte man rechtzeitig nachlegen, damit sie genügend Zeit hat durchzuglühen. Dabei muß man den Rost entfernen, da dieser sonst zu stark verrußen würde.
  • Bei Griller bei denen man den Rost nicht verstellen kann, schlichtet man die Kohlen ein
    Grillfleisch
    Grillfleisch
    wenig pyramidenförmig hinein. Damit erreicht man in der Mitte eine große Hitze, und auf den Seiten ist es nicht so heiß.
    Der Vorteil: Das Grillgut in der Mitte anbraten lassen und zum Fertiggaren und Warmhalten auf den Rand legen.
  • Wirft man holzige Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Lorbeer usw. in die Glut bevor man das Grillgut auflegt, erreicht man eine zusätzliche Aromatisierung. Man sollte die Kräuter in Alufolie wickeln um ein Verbrennen zu vermeiden.
  • Der Grillrost muß nach jeder Benützung gereinigt werden. Am besten nimmt man hierzu eine Messingbürste oder etwas zusammengeknüllte Alufolie.
  • Die Glut im Griller kann mit Sand erstickt werden, oder sie schließen beim geschlossenem Griller sämtliche Belüftungsöffnungen.


Einige Rezepte für das Grillen oder Braai findet man im Rezeptverzeichnis von South Africa - Infoweb.
Wünsche noch gutes Gelingen.

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Info - Sicherheit beim Grillen
Sicherheit beim Grillen

 

  • Den Griller immer an einen sicheren Standort aufstellen. Nicht unter einem Baum, in einer hohen trockenen Wiese oder in der Nähe von Büschen.
  • Der Griller muß eben stehen - Gefahr des Umfallens.
  • Den Griller so aufstellen das der Fluchtweg im Notfall nicht versperrt ist.
  • Zum Anzünden keinesfalls Brennspiritus, Petroleum, Diesel, Heizöl oder Benzin verwenden.
  • Kinder und Tiere vom Griller fernhalten.
  • Niemals Wasser in die Glut spritzen - die heißen Spritzer können Brandwunden verursachen.
  • Nie die heiße Asche in eine Mülltone geben - Brandgefahr.
  • Ein Feuerlöscher in nächster Nähe schadet nie.
  • Eine Grillschürze und Grillhandschuhe sollten immer verwendet werden.

Jedes Jahr verletzen sich eine große Zahl von Menschen beim Grillen.
Beim Beachten dieser Punkte und vorsichtigem Hantieren am Griller steht ein ungetrübtes Grillvergnügen nichts im Wege.

 


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