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© South Africa - Infoweb |
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Am 22. Juli 1655 lief in der Tafelbucht ein Schiff der Niederländisch-Ostinischen Kompanie ein, welches an Bord die ersten Rebsetzlinge hatte.
Die Ankunft von Jan van Riebeeck markiert den Anfang des Weinbaues im Land am Kap. Er wußte das Wein besser als Wasser als Schiffsproviant taugte, da Wasser oft in den Fässern faulte. Auserdem half Wein gegen den gefürchteten Skorbut.
Riebeeck erkannte die günstigen Verhältnisse für den Anbau von Weinreben.
1658 erhielt Jan van Riebeeck die Eigentumsrechte an einer Farm die er Wynberg (heute ein Stadtteil von Kapstadt) nannte.
Am 2. Februar 1659 wurde zum Ersten Mal am Kap Wein aus Trauben gekeltert, wahrscheinlich aus Mukatellertrauben.
Die Qualität des Weines soll recht schlecht gewesen sein.
Was aber kein Wunder ist, da die ersten Siedler am Kap keine Winzer, sondern Matrosen und Soldaten waren.
Im Jahre 1685 wurde in Frankreich mit der Aufhebung des Edikts von Nantes aus Glaubensgründen viele Hugenotten zur Flucht gezwungen.
Viele flohen in die Niederlande und fanden hier Zuflucht.
Von 1688 bis 1690 kamen rund 200 Hugenotten von den Niederlanden ans Kap.
Sie ließen sich in einem romantischen Tal hinter Stellenbosch nieder, das später Franschhoek (Franzoseneck) getauft wurde.
Noch heute findet man in Franschhoek die Spuren der französischen Einwanderer. Ihre Sprache ist schon lange vergessen, aber in den Namen der Weingüter, wie L'Ormarins, Dieu Donne, La Motte, Charmonix usw. lebt die französische Vergangenheit Südafrikas weiter. |
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Als erste Stadt nach Kapstadt wurde 1679 vom Gouverneur Simon van der Stel Stellenbosch gegründet.
Es entsandte Siedler in die Täler des Simonsberges um dort Gemüse, Obst und Wein zu produzieren.
Zwischen 1682 und 1685 entstanden am Eerste River und um Stellenbosch mehrere große Farmen.
Es wurde allerdings von den Farmern lieber Gemüse und Obst als Weinreben angebaut. So entschloß sich Simon van der Stel eine Musterfarm anzulegen um die Rebenkultur vorzuführen.
1685 übernahm er ein 60 Morgen großes Grundstück auf der Kap-Halbinsel. Er errichtete ein Jahr später in Constantia ein Herrenhaus und pflanzte Rebstöcke.
Als er im Jahre 1712 verstarb hinterließ er ein Imperium von acht Gütern.

Jan van Riebeeck
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Nach dem Tod von Simon van der Stel wurde das riesige Anwesen Constantia in mehrere Güter aufgeteilt.
Groot Constantia, auf dem sich auch das Herrenhaus befindet hatte eine Reihe Besitzer, bis 1778 Hendrik Cloete das mittlerweile herunter gewirtschaftet Gut erwarb.
Für die Erneuerung investierte er enorme finanzielle Mittel und Fachwissen.
Das Engagement zahlte sich aus, bereits 1792 wurden die süßen Weine in Europa geschätzt, darunter waren auch Napoleon Bonaparte und Friedrich von Preußen.
Bis 1885 blieb das Weingut im Besitz der Cloete Familie ehe die Regierung Groot Constantia erwarb.
Die zweite Besetzung des Kaps durch die Briten im Jahr 1806 hatten weitreichende Folgen für den Weinbau.
England führte Krieg mit Frankreich und unterband den Handel mit Frankreich durch die sogenannte Kontinentalsperre.
Somit profitierte Südafrika durch gesenkte Zölle und Vorzugsbehandlung.
Eine glanzvolle Zeit für die Winzer begann die rund ein halbes Jahrhundert dauern sollte.
Durch den ungeahnten Reichtum wurden ansehnliche Güter mit schönen Herrenhäusern und Gebäuden errichtet.
Durch die großen Mengen Wein die verkauft werden konnte sank die Qualität bedenklich.
Doch dieses Eldorado hielt nicht ewig.
1861 schlossen England und Frankreich Frieden, die Kontinentalsperre wurde aufgehoben und die Zoll- und Einfuhrerleichterungen wurden rückgängig gemacht.
Die Weine vom Kap waren nicht wettbewerbsfähig und der Export sank von über vier Millionen Liter im Jahre 1859 auf 30.000 Liter im Jahre 1864.
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Die Weinfarmen am Kap schlitterten in eine schwere Krise.
Zeitweise war Wein sogar billiger als Wasser. Ende des 19. Jahrhunderts (1885) erreichten Mehltau und die Reblaus (Phylloxera) das Kap und richteten großen Schaden in den Weinfeldern an.
Einzig die Aufpfropfung auf amerikanische Unterlagsreben, die unempfindlich gegen die Reblaus war erwies sich als Rettung.
Aber leider waren die neuen Rebstöcke zu fruchtreich, was zu einer Überproduktion führte.
Der Beginn des 20. Jahrhunderts war eine schwere Zeit für den südafrikanischen Weinbau, und der Weinexport kam fast völlig zum Erliegen.
Es wurde weit mehr Wein produziert als man verkaufen konnte. Viele Millionen Liter Wein mußten weggeschüttet werden.
Einige Winzer gingen bankrott und mußten ihre Farmen aufgeben und verkaufen.
1905 wurde die erste Weinbaugenossenschaft gegründet. Man war bestrebt den Konkurrenzkampf unter den Weinfarmen durch kollektiven Handel und Marketings zu unterbinden. Außerdem konnte der Maschinenpark und die Erfahrung geteilt werden.
Trotz dieser Vorteile konnte die Überproduktion nicht unterbunden werden, besonders weil die Genossenschaft über zu wenig Handlungsgewalt verfügte.

Cathedral Cellars
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Daraufhin wurde 1918 die KWV (Kooperative Wijnbouwers Vereniging van Zuid Afrika) gegründet, in der bald 95 Prozent der Weinfarmer organisiert waren, und deren Ziel es war die Überschüsse durch Export und Destillation abzubauen.
1924 wurde die KWV von der Regierung ermächtigt den Preis für Branntwein zu bestimmen.
1925 erhält Professor Izak Perold durch eine Kreuzung von Pinot noir und Cinsault (Hermitage) eine neue Rebsorte, die er Pinotage nennt. Die einzige lokale Rebsorte Südafrikas.
Die Arbeit der KWV hatte nicht die erhoffte Wirkung auf den Weinmarkt.
Deshalb übertrug die Regierung 1940 der KWV die gesamte Kontrolle des Weinsektors.
Ab diesem Zeitpunkt wurde nicht nur der Preis, sondern auch die Bestockung, die Pflanzrechte, die Weinbereitung, die erlaubten Erträge, Verwertung der Überschüsse und die komplette Vermarktung von Wein und Branntwein.
1956 wurde ein Kontingentierungssystem in Kraft gesetzt, welches die Anzahl der Rebstöcke pro Weinfarm festlegte. Für 15 Jahre wurden keine Importe von Rebstöcken mehr zugelassen.
1955 wurde das Forschungsinstitut für Oenologie und Weinkunde in dem ehemaligen Gut Nietvoorbij, in Sellenbosch eingerichtet.

Kooperative Wijnbouwers Vereniging
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In der Zeit der Apartheid-Politik konnte durch den Boykott vieler Länder so gut wie kein Wein exportiert werden.
Und durch den geringen Weinverbrauch im eigenen Land war Qualitätswein so gut wie nicht gefragt.
Erst 1991 nach Ende der Apartheit-Politik setzte ein Umdenken der KWV und der anderen Genossenschaften ein.
Im Ausland zeigte man verstärktes Interesse an südafrikanischen Weinen, besonders an preiswerten, aber guten Weinen.
Allerdings war die Nachfrage nach Rotweinen am größten, die Weinfelder aber größtenteils mit Weißweinen bepflanzt.
Besonders internationale Sorten wie Cabernet Sauvigon, Merlot, Chardonnay und Sauvignon Blanc wurde am meisten gefragt, und verstärkt neu angepflanzt.
Die dominierte Sorte Steen (Chenin Blanc) wurde in der Qualität stark verbessert, wird aber wie auch andere Sorten (Hanepoot) immer stärker von den internationalen Sorten verdrängt.
Heute kommen aus Südafrika einige international anerkannte Spitzenweine, aber auch eine Vielzahl günstige aber dennoch gute und sauber vinifizierte Weinen.
Sogar die "Supermarkt Weine" sind meistens gut trinkbar.
Wein ist einer der wichtigsten Exportgüter der Republik Südafrika geworden.
Der Weinbau in Südafrika hat in den letzten vierzig Jahren einen erstaunlichen Wandel durchgemacht.

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